Starke Frauen. Starke Regionen.

Starke Frauen. Starke Regionen.

Österreichs Bäuerinnen im Rampenlicht zum Weltfrauentag

Anlässlich des kommenden Weltfrauentages am 08.03.2026 rückt die unverzichtbare Rolle der Frauen in der Land- und Forstwirtschaft in den Fokus. In Österreich wird bereits heute jeder dritte landwirtschaftliche Betrieb (36 %) von einer Frau geführt. Diese Frauen sind nicht nur für die Ernährungssicherheit und die Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln verantwortlich, sondern sichern auch die wirtschaftliche Stabilität und den sozialen Zusammenhalt im ländlichen Raum.

Der diesjährige Weltfrauentag steht ganz im Zeichen auf ein besonderes globales Ereignis: Die Vereinten Nationen (UN) haben das Jahr 2026 zum Internationalen Jahr der Bäuerin („International Year of the Woman Farmer“) erklärt. Ziel dieser weltweiten Initiative ist es, die Leistungen von Frauen in der Landwirtschaft sichtbar zu machen und ihre Bedeutung für Wirtschaft und Gesellschaft aufzuzeigen. In Österreich wird dieses Jahr als Chance gesehen, die Anliegen der Bäuerinnen stärker zu positionieren, da die Landwirtschaft ohne ihren Beitrag schlichtweg nicht denkbar wäre.

Vielfältige Leistungen und große Verantwortung

Die Tätigkeitsfelder der Frauen auf den Höfen sind breit gefächert. Sie wirken als Produzentinnen, Unternehmerinnen, Verarbeiterinnen und Expertinnen. Dabei tragen sie Verantwortung für heutige und kommende Generationen, indem sie Wissen über Lebensmittelqualität weitergeben und die Kulturlandschaft pflegen. Neben der betrieblichen Arbeit leisten Frauen einen massiven Beitrag zur unbezahlten Arbeit: Während Männer durchschnittlich 2,5 Stunden pro Tag für unbezahlte Tätigkeiten aufwenden, leisten Frauen unter 65 Jahren hierfür im Schnitt 4,3 Stunden.

Herausforderungen: Die Pensionslücke bleibt bestehen

Trotz ihres enormen Engagements stehen Bäuerinnen vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen. Ein kritisches Thema bleibt die Pensionslücke: Bäuerinnen erhielten im Jahr 2023 durchschnittlich um 34 % weniger Pension als ihre männlichen Kollegen. Da sich die Pensionshöhe nach den eingezahlten Beiträgen und der Versicherungsdauer richtet, führen weniger Beitragsjahre oder niedrigere Beitragszahlungen zu dieser Diskrepanz. Das UN-Jahr 2026 soll hier ansetzen, um Verbesserungen bei der Finanzierung und dem Zugang zu Ressourcen anzustoßen.

Fokus Tierhaltung: „Stalleinblicke“ machen Frauenpower sichtbar

Ein besonderer Schwerpunkt im Zuge des internationalen Themenjahres ist die enge Kooperation zwischen den Bäuerinnen und der Nachhaltigen Tierhaltung Österreich (NTÖ). Während des gesamten Jahres werden tierhaltende Bäuerinnen aus ganz Österreich durch Stalleinblicke auf der Social Media Plattform StadtLandTier vor den Vorhang geholt. Diese Initiative bietet eine authentische Bühne, auf der die Betriebsführerinnen zeigen, wie sie ihre Höfe mit Know-how und Leidenschaft leiten. Sie teilen ihre persönlichen Motivationsgeschichten und verdeutlichen, warum ihre Arbeit für die hochwertige Lebensmittelversorgung und das Tierwohl so essenziell ist. Damit wird ein Kernziel der UN-Initiative für 2026 bereits jetzt aktiv gelebt: die vielfältigen Leistungen und das enorme Engagement der Frauen in der Landwirtschaft für die gesamte Gesellschaft greifbar und sichtbar zu machen.

Ein Auftrag für die Zukunft

Der Weltfrauentag ist ein Moment der Anerkennung, aber auch ein Auftrag für mehr Gerechtigkeit. Die Daten zeigen, dass selbstbestimmte und starke Bäuerinnen die Basis für starke Betriebe und Regionen sind. Mit dem Blick auf 2026 bereitet sich Österreich darauf vor, seinen Bäuerinnen die Bühne zu geben, die sie verdienen. Denn eines ist klar: Ohne Bäuerinnen läuft nichts.

  • Infografik Betriebe in Frauenhand
  • Infografik Betriebsführung in der Landwirtschaft