Studienergebnisse

Studienergebnisse

„Die Versorgung mit Lebensmitteln und die regionale Produktion werden immer wichtiger – und damit auch die Menschen, die dahinterstehen.“

Rund 90 % der österreichischen Bevölkerung haben ein positives Bild von heimischen Bäuerinnen und Bauern – ein nach wie vor beeindruckend hoher Wert. Die aktuelle Studie zeigt deutlich: Die Landwirtschaft genießt in Österreich einen sehr hohen gesellschaftlichen Stellenwert. Ein breiter Konsens in der Bevölkerung unterstreicht ihre zentrale Rolle für Staat und Gesellschaft.

89 % der Befragten sind der Ansicht, dass die heimische Landwirtschaft wesentlich zur Lebensqualität und Stabilität des Landes beiträgt. Ebenso hoch wird ihre Bedeutung für die Versorgung mit regionalen Lebensmitteln eingeschätzt (88 %). Auch als kultureller Faktor spielt sie eine entscheidende Rolle – 89 % sehen das bäuerliche Leben als wichtigen Bestandteil der österreichischen Identität. Neben diesen klassischen Funktionen wird auch die wirtschaftliche Bedeutung klar hervorgehoben: 79 % der Bevölkerung sind überzeugt, dass die Tierhaltung Arbeitsplätze in der Land- und Lebensmittelwirtschaft sichert

Landwirtschaft interessiert viele Menschen in Österreich: Fast jede zweite Person (45 %) beschäftigt sich grundsätzlich damit. Besonders ältere Menschen zeigen dabei mehr Interesse als jüngere.

Aber wofür genau interessieren sich die Menschen? Am stärksten steht die Qualität von Lebensmitteln im Vordergrund – das beschäftigt rund zwei Drittel der Befragten (67 %). Genauso wichtig ist ihnen, wie und unter welchen Bedingungen Lebensmittel hergestellt werden. 89 % der Konsument:innen wollen darüber hinaus wissen woher ihre Lebensmittel kommen.

Weiters besteht ein klarer Zusammenhang zwischen der Berichterstattung zur Landwirtschaft in den Medien und wie diese wahrgenommen wird mit dem „Interesse an Landwirtschaft“ und dem Alter der Befragten: Je höher das Interesse am Thema Landwirtschaft, desto klarer die Meinung zur Berichterstattung in den Medien. Und zwar in beide Richtungen, also sowohl positiv wie auch negativ. Personen über 30 Jahre empfinden die Berichterstattung häufiger als „zu negativ“, während bei den Jungen (16 bis 30 Jahre) die Medienberichte als überwiegend „zu positiv“ wahrgenommen werden.

Der Großteil der Befragten Konsument:innen geben Bekannte und Verwandte als Quelle an. Auf Platz 2 befinden sich Gespräche mit Landwirt:innen und Besuche am Bauernhof. Auf Platz 3 liegen Medien und Internet. Bemerkenswert sind bei dieser Frage auch die deutlichen und klaren Zusammenhänge mit dem Alter der Befragten, aber auch dem Konstrukt der „Interesse am Thema Landwirtschaft“. Folgende Infoquellen werden vor allem von älteren Personen genutzt: Direkteinkauf/Wochenmarkt, Gespräche mit Landwirt:innen, Fernsehen/Radio und Tageszeitung. Typisch „junge“ Informationsquellen sind: Social Media, Internet und Schule.

Ein zusätzlicher Indikator für die Bedeutung der Landwirtschaft in der Gesellschaft lässt sich aus der Frage nach zukünftiger Wichtigkeit verschiedener Berufe ableiten. Auf den ersten beiden Plätzen liegen „Ärzt:in“ (85%) sowie „Landwirt:in“ (83%), auf dem dritten Platz „Handwerker:in mit 76%. Trotz eines allgemeinen Rückgangs in der Bewertung vieler Berufe, wie Forscher:innen, Politiker:innen und Lehrer:innen, bleibt eines konstant: Ohne Landwirtschaft keine Zukunft.

Sowohl bei Konsument:innen als auch in der Landwirtschaft ist Tierwohl ein Begriff, für den es keine klare allgemeingültige und einheitliche Definition gibt. Die Assoziationen bzw. Zuschreibungen zum Begriff Tierwohl divergieren daher oftmals stark. Vor diesem Hintergrund ist es überraschend, dass die Befragungen der Bevölkerung und der Landwirt:innen sehr ähnliche Ergebnisse ergaben. In beiden Zielgruppen erreichten die Items „bedarfsgerechtes Futter und jederzeit sauberes Wasser“ und „ausreichend Platz pro Tier im Stall“ die höchsten Zustimmungswerte (Skala von 0 bis 10). Lediglich beim Punkt „Weidezugang“ weicht die Meinung der Landwirt:innen deutlich von der Sichtweise der Bevölkerung ab. Weitere wichtige Punkte sind artgerechte Transportbedinungen, Beschäftigungsmöglichkeiten im Stall sowie geringe Krankheitsraten und Krankheitspräventation.